Afrika ist ein Kontinent voller natürlicher Ressourcen: In seiner Erde liegen begehrte Rohstoffe, der Tier- und Pflanzenreichtum ist weltweit einzigartig. In vielen Regionen können pro Jahr mehrere Ernten an Obst, Gemüse und Getreide erzielt werden.

Nigeria, das Land, in dem LIEBFEUER Premium Holzkohle gemacht wird, liegt an der mittleren Westküste dieses vielfältigen Kontinents. Vom Rand der Sahelzone im Norden bis zur Atlantikküste im Süden umfasst es fünf Klimazonen. Acht große Nationalparks, eine ganze Reihe weiterer Naturschutzgebiete und drei Biosphären-Korridore, die Nigeria gemeinsam mit den Nachbarländern eingerichtet hat, schützen den Regenwald, die Savanne, die Mangrovensümpfe und ihre ökologische Vielfalt.

Vor diesem Hintergrund fragen wir Sie:
„Warum glauben Sie, dass Umweltbewusstsein bzw. nachhaltige Produktion eher ein deutsches oder europäisches Ding ist, als ein afrikanisches?“

In Europa und besonders in Deutschland gibt es zwei hartnäckige Vorurteile:
1. Was „fair trade“, „bio“ oder „öko“ ist, kostet gleich doppelt und dreifach so viel.
2. Afrikanische Unternehmen liefern Rohstoffe, aber keine fertigen „high end“ Produkte.

Beides möchten wir mit LIEBFEUER Premium Holzkohle widerlegen und dabei zeigen, dass eines der ursprünglichsten Kulturerzeugnisse der Welt nachhaltig in Afrika erzeugt und als hochwertiges Produkt nach Europa exportiert werden kann.

Dabei liegt die gesamte Wertschöpfungskette vom der Aufforstung bis zur Verpackung mit Recyclingpapier in Afrika. So dass Arbeit, Einkommen und technisch wegweisendes Know-how den Menschen vor Ort direkten Nutzen bringen.

Wie produziert man nachhaltig Holzkohle?

In Südamerika und in Afrika wird weltweit am meisten Wald abgeholzt und zu Holzkohle verarbeitet. Viele Familien leben davon selbst erzeugte Kohle am Straßenrand zu verkaufen. Der Verdienst reicht gerade zum Überleben und die Umwelt leidet unter dem wilden Holzeinschlag ebenso wie unter den Abgasen der Meiler. Der größte Teil dieser „wild“ erzeugten Holzkohle wird direkt vor Ort verwendet und nicht exportiert. Schätzungsweise 80% der ländlichen Nigerianer kochen ihre Mahlzeiten auf Holzkohle.

Durch Raubbau produzierte Holzkohle ist der Brennstoff der Armen.

Weil die meisten Menschen in Nigeria arm sind, liegt der im Inland erzielte Preis für Holzkohle liegt weit unter dem international erzielten Preis. Wenn also nigerianische Holzkohleproduzenten keinen Zugang zu internationalen Märkten haben, um ihre Produkte zu verkaufen, müssen sie mehr produzieren, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Zugleich fehlt es den traditionellen Köhlerfamilien an Wissen und auch einfach an den finanziellen Möglichkeiten, um ihre Holzkohleproduktion zu modernisieren. Das bedeutet mehr CO2-Emissionen und mehr geschlagene Bäume pro Tonne produzierter Holzkohle. Für die Menschen ein Teufelskreis, der sie in Armut gefangen hält. Für die Natur eine schleichende Katastrophe.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet, liegt jeder Europäer, der glaubt, dass er die Umwelt durch den Boykott tropischer Holzkohle retten könnte, einfach falsch.

Im Gegenteil: Je mehr Holzkohle aus Afrika zu fairen Preisen in wohlhabendere Länder exportiert wird, umso mehr Einkommen erhalten die afrikanischen Produzenten und umso schneller wachsen vor Ort Wirtschaft und Infrastruktur für eine bessere Zukunft.

Mit LIEBFEUER wollen wir zum „Game changer“ werden:
Die ETGO-Fabrik ist die erste Holzkohlefabrik in Nigeria, die eine europäische Doppel-Retortenofen-Technologie einsetzt. Die Twin-Retorte-Technologie bedeutet, dass eine externe Energieversorgung für die Produktion nicht erforderlich ist. Die von einer Kammer emittierten Gase werden recycelt, um die andere Kammer zu befeuern, wodurch der Produktionsprozess zu 98% emissionsfrei und praktisch CO2-neutral wird.

Um eine Tonne Holzkohle zu produzieren, benötigen wir, verglichen mit den traditionellen Erdhügel-Meilern der lokalen Erzeuger, lediglich 1/3 der Menge an Rohholz. Indem wir mehr und mehr lokale Produzenten davon überzeugen, für uns zu arbeiten oder Holz zu liefern, verringern wir die lokale Entwaldungsrate spürbar.

Grundsätzlich kaufen wir nur Holzarten, die in vor Ort reichlich vorhanden sind.
Unsere Holzversorgung besteht aus einer Kombination von Hartholz und Holz von lokalen und kommunalen Produzenten. So halten wir die Transportwege kurz und stärken die lokale Wirtschaft.

Wir schulen die Menschen, die uns Holz liefern, wie sie es ernten können, ohne den Baum zu fällen. Diese Art der Holzgewinnung ermöglicht eine nachhaltige Waldwirtschaft.

Um eine möglichst schonende und nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes zu erreichen, schulen wir die Waldbauern und zahlen Prämien für die Wiederaufforstung entnommener Bäume. Landdegradierung, Erosion und Verringerung der Bodenfruchtbarkeit werden auf diese Weise wirksam reduziert. Zugleich gewinnen die Menschen durch die regelmäßige Bewirtschaftung ihrer Baumbestände ein verlässliches Einkommen.

Auf 50 Hektar eigenem Land bewirtschaften wir eine kleine Plantage. Hier wächst ebenfalls Holz für LIEBFEUER und wir haben zugleich die Möglichkeit, unsere waldwirtschaftlichen Konzepte stetig zu überprüfen und weiter zu optimieren.

Und nicht zuletzt natürlich: Wir verpacken mit Recyclingpapier

Nun möchten Sie wissen, warum LIEBFEUER (noch) kein FSC-Siegel hat?

FSC-Zertifizierung:
Erste-Welt-Lösung für ein Dritte-Welt-Problem?

Ziele wie die des FSC-Siegels sind wichtig und richtig. Für die Menschen in Afrika selbst, sind sie jedoch oft kaum erreichbar. Für sie ist eine Idee dann gut, wenn sie die nächste und übernächste Mahlzeit sichert. Und noch besser, wenn sie dafür sorgt, dass eine Familie, ein Dorf oder eine Region sicheres Einkommen erzielen können und für die Kinder eine bessere Zukunft aufbauen.

Weil die Bedürfnisse der Menschen sehr unmittelbar sind, können Siegel wie FSC kaum Einfluss darauf nehmen, ob die Menschen illegal Holz schlagen und dabei gefährdete Baumarten abholzen. Sie kommen nicht einmal miteinander in Kontakt.

Hinzu kommt ein – auch für uns als junges Unternehmen – zweiter bedeutender Faktor: Die Bewerbung um das Zertifikat und die Zertifizierung verursachen erhebliche Kosten. Darum können sich das FSC-Siegel nur global agierende Konzerne oder Unternehmen in Ländern mit einer bereits etablierten Infrastruktur das „Eintrittsgeld“ leisten. Nur sehr wenige afrikanische Unternehmen gehören dazu.

Das Ergebnis ist, dass arme ländliche Gemeinschaften oder kleine afrikanische Unternehmen, die mit Holz handeln, durch die fehlende Zertifizierung weniger Zugang zu internationalen Märkten haben, wo sie höhere Preise für ihre Produkte erzielen könnten.

Nachhaltigkeit beginnt jedoch – unserer Ansicht nach – besser mit Investitionen in Menschen als in Zertifikate. Darum stellen wir den Aufbau von fairen Arbeitsplätzen, die Ausbildung von Menschen und den Aufbau von lokaler Infrastruktur an erste Stelle.

Das bedeutet nicht, dass wir das FSC-Siegel nicht respektieren, im Gegenteil.
Es ist ein hohes Ziel, das wir mit unserer Arbeit anstreben.

Wir machen einen Schritt nach dem anderen.

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