Ziemlich vertraut, überraschend lecker oder ganz schön exotisch?

Machen Sie doch mal „Abenteuer-Urlaub am Grill“. Mit einem kulinarischen Ausflug in die Grill-Kultur naher und ferner Länder. Schauen Sie den Grillmeistern der Welt über die Schulter – von Argentinien bis Zimbabwe. Damit Sie sich mühelos an jedem Grill der Welt zurechtfinden, präsentieren wir hier von Monat zu Monat neue Länder, Grill-Kulturen und die besten Rezepte. Viel Spass beim Mitgrillen!

Grillmeister Argentinien: „Asado, Amigo!“

Grill, Feuer, Fleisch. Mehr braucht es nicht, um ein argentinisches Grillfest – ein „Asado“ zu feiern. Das Asado ist für die Menschen mehr als ein gemeinsames Essen. Es ist ein festliches Ritual, das oft tagelang vorbereitet wird und einen hohen Stellenwert für die Gemeinschaft, die Großfamilie oder das ganze Dorf hat. Traditionell kommen dabei sehr große Fleischstücke und sogar ganze Tiere aufs Holzkohlenfeuer. Neben Rind, Schwein und Geflügel gerne auch Schaf, Ziege und: Lama.

(Mehr über das Land, die Grillkultur und die besten Rezepte finden Sie: HIER!)

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Das „Asado“ selbst (das im Spanischen den Grill, das „Gegrillte“ und das Grillfest gleichermaßen bezeichnet) ist Sache der Männer. Und die machen keine „halben Sachen“, schon gar nicht bei den Portionen: Pro Person wird mit bis zu 1,5 Kilo Fleisch gerechnet – dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass nicht das einzelne Filetstück, sondern das ganze Tier mit Haut und Knochen im „Einkaufskorb“ landet.

Fast jede Familie, ob sie in einer Villa oder einer „Hütte“ auf dem Land lebt, besitzt einen selbstgebauten Grill. Meist ein gemauerter Kamin mit einem großen Grillrost aus V-förmigen Stahlprofilen. Je größer das geplante Asado ist, bei einer Hochzeit, Kindstaufe oder einem Dorffest, umso größer müssen jedoch Grill und Holzkohlenfeuer sein, was gerade in ländlichen Regionen zu regelrecht abenteuerlichen Konstruktionen unter Einbeziehungen alter Bettgestelle und ähnlichem führt, auf denen halbe Schafe neben langen Ketten von Chorizo-Würstchen brutzeln.

Umso erstaunlicher ist es, wie liebevoll und kleinteilig die übrigen Leckereien des Asados zubereitet werden. Winzige Würfelchen von roten Paprikas und Zwiebeln vereint mit einer Vielfalt von Kräutern und Gewürzen im „Chimichurri“, der typischen, selbstgemachten Steaksauce. Denn während sich die Männer sozusagen „ums Grobe“ kümmern sorgen die Frauen mit selbstgebackenem Brot und Salaten für ausgesprochen schmackhafte Beilagen.

So spiegelt sich im Asado, das – in kleinem Maßstab – in vielen Familien auch das traditionelle Sonntagsessen als Zusammenkunft der Generationen ist, ein bisschen auch die „Macho-Kultur“ Argentiniens und Lateinamerikas wider. Auch wenn sie, zumindest in der jungen, städtischen Bevölkerung, inzwischen mehr und mehr augenzwinkernd zelebriert wird.

¡Buen provecho! Guten Appetit!

Rezeptvorschläge:
* Chimichurri (Argentinische Marinade und Steaksauce – 3 Versionen)
* Provolone al Asado (Gegrillter Provolone-Käse)
* …